16 März 2026 | Stellungnahme

Zum Gedenken an die Opfer des Völkermords an den Kurd*innen in Halabja

Heute ist der 38. Jahrestag des Giftgasangriffs auf die kurdische Stadt Halabja in Südkurdistan. Am 16. März 1988 bombardierte das Baath-Regime im Irak die Stadt Halabja (Helebce هەڵەبجە) in Südkurdistan und setzte dabei chemische Waffen gegen die kurdische Bevölkerung ein. Etwa 5.000 Menschen wurden getötet und fast 10.000 verletzt. Zehntausende Menschen mussten aus der Stadt fliehen, viele Familien wurden auseinandergerissen, und zahlreiche Kinder gingen in diesem Zeit verloren. Die Folgen dieses Angriffs sind bis heute spürbar – sowohl in der Umwelt als auch im Leben der Überlebenden.

Der Angriff auf Halabja war Teil des Völkermords an den Kurd*innen im Rahmen der sogenannten „Anfal-Kampagne“ des Regimes von Saddam Hussein. Zwischen 1986 und 1989 wurden rund 182.000 Kurd*innen sowie Angehörige anderer Minderheiten ermordet, und etwa 4.500 Dörfer wurden zerstört.

Halabja symbolisiert eine der traurigsten und tragischsten Zeiten der Geschichte und steht für ein schweres Verbrechen gegen Zivilist*innen sowie gegen die Menschlichkeit. Für uns als Kurd*innen erinnert Halabja auch an unser Leid, unsere Geschichte der Unterdrückung und an die Opfer, die unser Volk gebracht hat, weil wir Kurd*innen sind.

Heute gedenken wir aller Opfer des Genozids von Halabja. Unsere Gedanken sind bei den Familien, die ihre Kinder und Angehörigen verloren haben und bis heute mit den Folgen dieses Verbrechens leben. Wir sagen klar: Solche Völkermorde und Verbrechen dürfen sich niemals wiederholen.

Gleichzeitig appellieren wir an die internationale Gemeinschaft: Das kurdische Volk ist auch heute noch Bedrohungen, Gewalt und Unterdrückung ausgesetzt – in der Türkei, im Iran, in Syrien und im Irak. In verschiedenen Teilen Kurdistans leiden Kurd*innen weiterhin unter politischer Repression, doch sie leisten auch Widerstand für ihre Rechte, ihre Würde und ihre Freiheit.

 

Verein der Eltern aus Kurdistan in Deutschland e.V. (Yekmal)

16. März 2026

 

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