Der Bundestag hat vor zwei Tagen über Gewalt gegen Frauen debattiert. In diesem Zusammenhang erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz, es gebe eine „explodierende Gewalt“ in Deutschland, und sagte wörtlich: „Ein beachtlicher Teil der Gewalt kommt aus der Gruppe der Zuwanderer.“
Als Yekmal e.V. halten wir diese Äußerung für unverantwortlich. Gewalt gegen Frauen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem – über alle kulturellen Hintergründe und Bildungsniveaus hinweg – und kann nicht auf einzelne Gruppen reduziert werden. Solche Zuschreibungen tragen nicht zur Lösung bei – im Gegenteil: Sie fördern Spaltung, Unsicherheit und gesellschaftliche Spannungen.
Seit vielen Jahren setzen wir uns für Teilhabe, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. Die Menschen, die hier leben – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Identität – sind Teil dieser Gesellschaft.
Gerade in einer verantwortungsvollen Position wie der des Bundeskanzlers braucht es differenzierte und verbindende Worte. Pauschale Aussagen können Vertrauen erschüttern, Zugehörigkeitsgefühle schwächen und das Miteinander belasten.
Als Migrant:innenselbstorganisation fordern wir Herrn Merz auf, seine Aussagen zu reflektieren und einen Beitrag dazu zu leisten, entstandene Verletzungen und Verunsicherungen zu überwinden. Unser gemeinsames Ziel sollte eine solidarische und gerechte Gesellschaft sein.
Verein der Eltern aus Kurdistan in Deutschland e.V. (Yekmal)
27. März 2026