15 Januar 2026 | Stellungnahme

Yekmal e.V. fordert Absage des Besuchs von Ahmed al-Scharaa

Der Verein der Eltern aus Kurdistan in Deutschland e.V. (Yekmal) verurteilt den geplanten Besuch von Ahmed al-Scharaa (auch bekannt als Abu Muhammad al-Dschaulani) im Bundeskanzleramt in Berlin auf das Schärfste.

Dieser Besuch erfolgt, obwohl in Syrien weiterhin schwerste Menschenrechtsverbrechen begangen werden. Erst vor wenigen Tagen wurden Kurd*innen in Aleppo gezielt vertrieben, misshandelt und getötet. Êzîd*innen leiden bis heute unter den Folgen des international anerkannten Völkermordes von 2014. Alawit*innen, Drus*innen sowie Christ*innen sind weiterhin Opfer gezielter Gewalt, von Massakern und islamistischen Anschlägen.

Ein Empfang von al-Scharaa im Bundeskanzleramt würde ein fatales Signal senden. Er würde als politische Anerkennung der syrischen Übergangsregierung verstanden und die von al-Scharaa zu verantwortende Politik legitimieren. Damit würde das Leid der Opfer ignoriert, der Eindruck politischer Gleichgültigkeit gegenüber schwersten Menschenrechtsverbrechen erweckt und der Weg für die Errichtung einer neuen islamistischen Diktatur geöffnet. Nach unserer Bewertung erfüllen diese Taten den Tatbestand von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und stehen im Widerspruch zu den Grundwerten des deutschen Grundgesetzes.

Die Unantastbarkeit der Menschenwürde verpflichtet staatliches Handeln. Sie darf nicht geopolitischen Interessen untergeordnet werden. Wer mutmaßlich Verantwortung für Massaker, Vertreibungen und Gewalt gegen ethnische und religiöse Minderheiten trägt, darf nicht im Zentrum deutscher Staatsmacht empfangen werden.

Wir fordern die Bundesregierung auf, den geplanten Besuch unverzüglich abzusagen und stattdessen demokratische Akteure wie die Selbstverwaltung der Region Nord- und Ostsyrien (Rojava) einzubeziehen, die seit Jahren gegen den sogenannten Islamischen Staat kämpfen und sich für den Aufbau eines demokratischen Syriens, für Menschen- und Frauenrechte sowie für den Schutz aller Minderheiten einsetzen.

Yekmal e.V. ruft die Community und alle solidarischen Menschen zur Großkundgebung gegen den Besuch von al-Jolani auf.

Montag, 19. Januar 2026, ab 16:00 Uhr
Vor dem Bundeskanzleramt / Wilhelmsgarten, Berlin

Verein der Eltern aus Kurdistan in Deutschland e.V. (Yekmal)

15. Januar 2026

 

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